Klette

Die Große Klette

Arctium lappa

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Ob große Klette (Arctium lappa), kleine Klette (Arctium minus) oder filzige Klette (Arctium tomentosum) - überall wachsen sie am Wegesrand, die gemeinen Kletten, deren große runde Blütenköpfe so herrlich an unseren Klamotten haften bleiben. Und wenn sie erst in die Haare kommen! Hoy joy joy, des einen Freud, des anderen Leid. Nun ja, Kinder lieben nun mal den Schabernack mit dem Klettenwurf. Je länger das Haar dabei, desto wirkungsvoller! Aber schauen wir uns die Pflanze einmal genauer an: Die Kletten gehören zu der großen Familie der Korbblütler und sind zweijährige Pflanzen. Wir finden sie an Brachflächen, Wegesrändern und Zäunen. Die Klette sucht die Gesellschaft des Menschen und siedelt sich gerne in seiner Nähe an.

Schauen wir uns die Blüten an, verstehen wir, warum sich die dicken Blütenköpfe schier unlösbar in Klamotten (mit heißer Vorliebe in selbst gestrickten Wollpullovern) und Haare krallen: die Blüten sitzen in einem steifen Pelz aus hakig-gekrümmten Stacheln, die uns unvermeidlich an Omas Häkelnadel erinnern. Bei einigen blinzeln zarte purpurfarbene Blüten über den wehrhaften Wall aus Widerhaken hervor (aus dieser Beobachtung ist übrigens unser Klettverschluss hervorgegangen). Diese zottigen, haarigen Blütenkugeln haben der Klette ihren lateinischen Gattungsnamen „Arctium“ gegeben: Sie erinnerten die Menschen an zottige, braune Bären, denn der Name leitet sich vom griechischen Wort „arcos“ für Bär ab. Da fallen mir noch mehrere Volksnamen einheimischer Pflanzen ein: Bärenlauch, Bärwurz, Bärenklau ... alle mitBärennamen belegten Pflanzen zeichnet eine starke Vitalität aus. So auch die große Klette, die sich bis zu zwei Meter hoch über den Erdboden erhebt. So steht sie dann wie ein plumper brauner Bär und bietet uns freundlich ihre Heilkräfte dar.

In der stacheligen Samenhülle entstehen zum Herbst hin viele kleine Samenkörnchen, die sehr fettreich und ein ausgezeichnetes Stärkungsmittel für unsere Haare sind. Am anderen Ende bildet die Klette eine kräftige Pfahlwurzel, die sich bis zu einem Meter tief in die Erde dreht. Sie speichert dort Mineralien, Inulin, Stärke, aber auch Bitterstoffe, Schleime und ätherisches Öl. Die Klettenwurzel ist ein starkes Blutreinigungsmittel, das überall dort ansetzt, wo der Körper zuviel Giftstoffe angesammelt hat. So regt sie alle ausscheidenden Organe an und wird dadurch auch bei Hauterkrankungen als Kur empfohlen. Ich gedenke gerade der Wurzelgräberinnen früherer Zeit. Welche Bärenkräfte sie haben mußten, um solch eine Wurzel ans Tageslicht zu bringen! Sicher kannten sie die bärenstarken Kräfte der Klettenwurzelkur.

(su)